Folge 2.01
Ein neuer Weg
Strahlender Sonnenschein wärmte die blasse Haut der jungen blonden Frau, der die Tränen in den Augen standen. Doch sie zeigte Stärke und wendete ihren Blick von dem Grabstein ab und sah nach oben; hoffte auf ein Zeichen, ein unausgesprochenes Wort, wie so viele zwischen ihnen gab. Sie hätte nicht gehen sollen, aber bleiben konnte sie auch nicht, genau wie jetzt, denn sie fühlte sich gefangen, unverstanden und verloren, auch wenn alle sich die größte Mühe gaben. Besonders Max ließ sie kaum alleine, doch konnte er nicht einmal erahnen, was eigentlich in ihr vorging und das sollte er auch besser nicht, denn er würde es niemals verstehen können. Er musste erst einmal lernen mit seinen eigenen Kräften umzugehen, bevor sie wieder miteinander sprechen könnten, auch wenn er das nicht verstehen können wird…
Wie so vieles andere und wie so viele andere, an denen Lucy Tag für Tag vorbeilief und fragende Blicke zugeworfen bekam. Doch Lucy redete mit keinem, sondern ging an allen vorbei, um in den Garten oder auf ihr Zimmer zu gehen, wo sie in Ruhe nachdenken konnte. Stören dürfte sie in solchen Situationen nur Professor Xavier und Rogue, die der Professor immer zu Lucy schickte, damit die beiden Mädchen sich über ihre Kräfte unterhalten und austauschen konnten. Doch Rogue fand das überflüssig, denn sie wollte nicht immer nur über sich selbst sprechen, während Lucy kein Wort sagte, sondern immer nur den Kopf nickte, oder weit in die Ferne starrte…
„Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. – Leidenschaft drängte uns in diese Richtung, aber unsere Verbundenheit muss bestehen.“, mit diesem Zitat von Präsident Lincoln begann eine junge Frau ihre Führung durch das Weiße Haus. Im dem der Präsident gerade ein paar Termine verschob, ohne zu wissen, was in den Fluren seines Amtshauses eigentlich vor sich ging. Denn die kleine Gruppe wurde von jemandem verfolgt, der an allen Stellen kurz auftauchte und dann auch rasch wieder verschwand, wodurch sich einige fragten, ob sie überhaupt etwas gesehen oder es sich nur eingebildet hatten. Dies fragte sich auch der Wachmann im ersten Moment, doch dann sprang ihn ein Mann an, dessen Gesicht ganz blau war und der einen langen Schwanz wie ein Teufel hatte, angesprungen wurde. Als er dann auf dem Boden lag und das seltsame Wesen in Richtung des Präsidententaktes verschwand, rief der Wachmann seine Kollegen und warnte sie vor dem Eindringling. Auch der Präsident wurde von der Situation in Kenntnis gesetzt, und erfuhr von immer mehr Angreifern, was ihn verunsicherte, denn schließlich hatte er gedacht, seine Sicherheit würde jedem am Herzen liegen und alle seine Männer würden jede Gefahr unter allen Umständen von ihm fernhalten. Also wie konnte jemand ins Weiße Haus eindringen?
Während seine Sicherheitsleute ihn aus dem Haus schaffen wollten, sprang das blaue Wesen durch Wände und quer durch die Flure, teilweise verschwand es auch und tauchte eine Sekunde später wieder an einem anderen Ort auf, wodurch die Wachmänner vollkommen ratlos waren. Denn der mysteriöse Mann konnte in dem einen Moment auf sie zulaufen und sie könnten auf ihn schießen, doch im nächsten Moment war er hinter ihnen und die Kugel traf ins Leere. Auf diese Weise kämpfte sich der Mutant mühelos bis vor das Oval Office, in dem der Präsident festgehalten wurde, da alle Ausgänge abgeriegelt werden mussten, damit keiner der Angreifer entkommt konnte, da sie nicht wussten, dass es nur ein einziger Eindringling war. Der einfach durch die Tür des Präsidentenzimmers sprang und durch gezielte Schläge und Tritte, die Sicherheitsmänner zu Boden zwang und sich auf den ersten Mann im Staat stürzte, der erschrocken zusammenzuckte, als sein Angreifer mit seinem Schwanz ein Messer aus seinem Mantel hervorzog.
Doch ehe er den Präsidenten verletzen konnte, schoss einer der Wachmänner ihm in die Schulter, sodass er das Weiße Haus schleunigst verließ. Trotzdem ließ der Präsident noch einmal alles absuchen, um sicher zu gehen, dass der Mutant nicht noch einmal irgendwo auftauchten konnte.
Etwa zur gleichen Zeit spazierte Logan durch die noch immer verschneiten Landschaften und suchte nach dem Ort, an dem er, laut den Aussagen des Professors, eine Antwort auf seine Fragen erhalten werde. Denn immerhin wollte er endlich wissen, wer er ist und warum er alle seine Erinnerung verloren hatte. Doch als er in die Nähe des Staudammes kam, wunderte er sich, warum das ganze Gebiet mit Stacheldraht abgezäunt worden war, denn schließlich gab es hier auf den ersten Blick nichts, dass in irgendeiner Weise bewacht und versteckt bleiben müsste. Trotzdem weckte dieses Hindernis seine Neugierde nur noch mehr und so ging er auf das große morsche Holztor zu, vor dem sich ein weißer Wolf herumtrieb, der Wolverine eine ganze Weile anstarrte. Doch dann lösten die Beiden irgendwann ihre Blicke von einander und der Wolf schritt fast durch das leicht geöffnete Tor der Alkali-See Industrieanlage, in die Logan ihm folgte; fast als hätte der Wolf ihm gesagt: „Komm mit mir…“
Was er allerdings auf der anderen Seite fand, was alles womit er nicht gerechnet hätte. Denn Logan fand nur eine verschneite Landschaft vor, die ihn an einen Friedhof erinnerte, da überall Holz und Steine aus dem Boden ragen und doch den Blick frei ließen für die gewaltige Staumauer. Enttäuscht ließ Wolverine seinen Kopf hängen, während der Professor versuchte Lucy im Garten des Schule etwas aufzumuntern: „Jeden Tag sitzt du hier an ihrem Grab und trauerst um sie… das hast du schon als kleines Mädchen gemacht, als das alles hier noch im Aufbau war… kannst du dich erinnern?“
„Die Erinnerungen sind schwach, aber sie sind da und sie tun mir weh… ihr Grab ist das einzige, das ich noch von ihr habe…“, Lucy sah auf den Grabstein und streichelte über den Namen der Verstorbenen – Lydia Susan Xavier…
Max stand am Fenster, aus dem er in den Garten sehen und in der Ferne Lucy und Professor Xavier erkennen konnte. Doch als Rogue zu ihm kam, musste er seinen Blick abwenden, doch sie wusste, was ihn beschäftigte: „Du liebst sie, oder?“
„Na ja… sie ist die Einzige, die mich wirklich kennt und die versteht, was mit mir los ist… ich hab sie schon früher geliebt, aber jetzt sind meine Gefühle noch stärker geworden und ich will bei ihr sein, doch sie lässt ja keinen an sich ran.“, Rogue stimmte ihm zu und gemeinsam sahen sie zu den Beiden anderen im Garten hinüber und fragten sich, worüber sie wohl sprachen und was sie ihnen als nächstes verheimlichen würden. Denn seit Lucy in der Schule war, benahm sich auch der Professor seltsam und nahm Lucys Eigenheiten in Schutz vor jedem anderen, obwohl er sonst die Meinung vertrat, dass sich keiner von der Gruppe ausschließen sollte, denn nur hier könnten sie sein, wie sie eigentlich sind, ohne sich aus irgendeinem Grund verstecken zu müssen.
lil`sis sagte,
März 8, 2008 um 10:33 Uhr nachmittags
Ich habe eine Vermutung….
Die Eltern von Lucy sind gar nicht ihre richtigen Eltern, denn Lucys Vater ist eigentlich der Professor und ihre Mutter ist tot.
lil´lil´sis sagte,
März 19, 2008 um 1:40 Uhr nachmittags
Spannend!
Ich find, Lucy sollte mit Max reden und er sollte ihr seine wahren Gefühle sagen. Und der Professor hat seine “Regel” gebrochen und er sollte sich doch lieber daran halten, denn dafür sind Regeln ja da.