Folge 2.04

Aussprache  

„Truth, ich kenne dich… ich finde dich… du wirst mir helfen, auch wenn er das nicht will – du weißt, dass es besser für uns alle ist…“, Eric Lehnsherr sitzt in seinem Kunststoffgefängnis. Er weiß nicht, wie lange er nun schon hier ist, aber jeden Tag hofft er auf eine Möglichkeit zur Flucht. Denn dort draußen wartet jemand auf ihn, jemand der die Wahrheit kennt, die nicht länger verleugnet werden sollte…

Lucy ist noch immer nicht ganz auf der Höhe und versucht immer wieder auf Max zuzugeben, doch dieser bleibt immer in der Nähe seiner Freunde und wirft Lucy keinen einzigen Blick zu, wenn sie den Raum betritt. Erst wenn sie wieder geht, sieht er mit traurigen Augen zu der Stelle, wo sie gerade noch stand und versucht hat, nicht zu weinen. Auch ihm tut es weh, sie nicht zu sehen, doch nun muss er da durch. Denn immerhin hat sie ihn sehr verletzt und das kann er nicht einfach vergessen. Rogue und Bobby lassen ihn aber nie alleine und sind für ihn da, während John abwesend daneben sitzt und nur mit seinem Feuerzeug spielt. Logan kann dieses Verhalten nur mit einem Kopfschütteln kommentieren und lässt die Jugendlichen oft alleine, denn noch sind Storm und die anderen da, um sich um sie zu kümmern. Auf diese Weise kann er selbst ein wenig zur Ruhe kommen und gesellt sich immer wieder zu Lucy, wenn sie mal wieder alleine ist. Jetzt sitzt sie auf der Arbeitsfläche in der Küche und trinkt einen heißen Kakao. Erst bemerkt sie ihn gar nicht, doch als er sich neben sie stellt, blickt sie von ihrer Tasse auf: „Möchtest du auch etwas trinken, Logan?“

204lucy

„Nein, ich frag´ mich lieber, warum du hier so einsam herumsitzt… frierst du schon wieder?“, Wolverine deutet auf den heißen Kakao und die Handschuhe, die Lucy warm halten sollen. Erst versteht sie ihn aber nicht, da sie ganz andere Sorgen hat. Aber weshalb sollte sie ihm auch davon erzählen, sie kennen sich doch kaum und er wird sie auch gar nicht verstehen; andererseits muss sie zeigen, dass sie dazugehören will, sonst wird niemand mit ihr reden. Und auch wenn ihr das eigentlich egal ist, dass die meisten Schüler schon jetzt nur hinter ihrem Rücken über sie reden, so will sie zumindest, dass Max wieder mit ihr spricht. Sonst endet ihre Freundschaft wie Lucys Verhältnis zu ihrem Vater und wird mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Doch das darf nicht passieren und so klettert Lucy von der Arbeitsfläche und zieht Logan hinter sich her. Denn sie braucht ihn noch, wenn sie ihre Idee in die Tat umsetzen will…

 

Professor Charles Xavier sitzt in seinem Büro und überlegt, wann er Storm und Jean losschicken soll, denn je früher desto besser, nur muss er zuvor wissen, wie es seiner Tochter geht. Denn er weiß, dass sie sich hier nicht wohl fühlt, nach allem was passiert ist… Irgendwie muss er es doch schaffen, dass sie ihm wieder vertraut; denn wenn er sie dieses Mal enttäuscht, wir er sie verlieren… für immer… die Geschichte wird sich wiederholen und er muss alles tun, damit es nicht dazu kommt. Nur wer könnte ihm dabei helfen und ist Rogue seiner Tochter wirklich so eine so gute Hilfe wie es ihr gesagt hat? Gerne würde er wissen, an was sie gerade denkt, doch sie würde ihn bemerken und das könnte alles zerstören. Es wäre als hätte ihr letztes Gespräch nie stattgefunden, doch genau dieses hat sie einander wieder näher gebracht. Aus diesem Grund konnte er in der vergangenen Nacht endlich einmal richtig schlafen. Seit langem hat er seinen Wecker überhört und stattdessen einfach weitergeträumt von Zeiten in denen alles so vieles viel leichter war… eine kleine Familie, ja das waren sie… und sie waren glücklich… nun aber können sie sich nicht einmal mehr richtig ansehen, da sie sich nicht mehr vertrauen, einfach nicht mehr füreinander da sind… wütend und unzufrieden mit sich selbst, fasst der Professor sich an den Kopf. Die Erinnerungen schmerzen ihn, doch er weiß, dass es weitergehen muss, egal was einmal passiert ist.

 

Scott und Jean haben sich zurückgezogen, weil sie ein wenig Zeit für einander brauchen. Nur gelingt es Scott nicht abzuschalten, da ihn etwas beschäftigt, dass ihm Sorgen macht. Nicht nur, dass Jeans Kräfte immer mehr zunehmen und sie ihre eigene Stärke nicht kontrollieren kann; denn zudem gefällt ihm das Interesse seiner Freundin für Logan nicht. Sie sehen sich manchmal sehr lange an und unterhalten sich über alles Mögliche. Muss er Angst haben, dass sie ihn verlässt oder ist es nur Freundschaft zwischen den Beiden?

Scott bringt der Gedanke, dass seine Freundin ihn wegen eines anderen verlassen könnte um den Verstand. Denn schließlich weicht sie dem Thema aus und will nicht mit ihm über Wolverine sprechen. Was bleibt Cyclops also anders übrig, als sich seine Gedanken zu machen? Natürlich kann Jean diese auch lesen, aber das ist ihm jetzt egal, denn wenn es sie interessieren würde, hätten sie schon längst über das Thema gesprochen. Nur spricht sie lieber kein Wort und das verbessert ihre Lage nicht besonders, sondern stürzt Scott nur noch tiefer in seine schweren Gedanken…

 

Lucy zieht Logan derweil bis vor den Raum, in dem Max und die anderen sitzen. Erst dann lässt sie ihn wieder los und bittet ihn um einen Gefallen: „Ich will, dass Max wieder mit mir redet, also muss ich versuchen auch mit den anderen klar zu kommen… Meinst du, du könntest Rogue zu mir rausholen, so dass ihr keiner folgt?… Mich würde sie noch nicht einmal ansehen, geschweige denn zuhören…“

Logan versteht zwar nicht, was seine kleine Krankenschwester vorhat, aber er versucht ihr zu helfen und geht an ihr vorbei zu Rogue, Max und Bobby, die mit John Mensch ärgere dich nicht spielen und er sich aufregt, da alle immer nur seine Figuren rausschmeißen. Wolverine gesellt sich erst einmal zu ihnen und fragt sich, was wohl gerade in Lucy vorgeht. Die Kleine tut ihm irgendwie leid und nur zu gerne würde er ihr helfen, doch wie… Reicht es wirklich, wenn sie mit Rogue redet oder sollte nicht vielmehr der Professor mit ihr sprechen… andererseits kann dieser niemandem vorschreiben jemanden gern zu haben, doch wie er Rogue kennt, wird diese nicht begeistert sein, wenn sie mit Lucy sprechen soll… trotzdem versucht er es und gerne folgt sie Wolverine, denn schließlich muss sie ihren großen Freund ja auch noch seine Kette wiedergeben. Diese hat er ihr gegeben, als Versprechen, das er auch wirklich zurückkommt und nun hat er dieses auch gehalten und ist nicht einfach wieder verschwunden, doch seine Mimik macht Rogue Angst. Wolverine scheint irgendetwas auf dem Herzen zu haben, doch kann sie sich nicht vorstellen was, bis sie vor Lucy steht: „Was willst du denn? Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand mit dir reden will…“

Wolverine unterbricht die aufgebrachte Mutantin, doch es ist zu spät. Denn Lucy hat sich bereits umgedreht und will gehen, damit niemand ihre Tränen sieht. Doch durch Rogues Wutausbruch kommen nun auch Max und Bobby hinzu und wollen wissen was passiert ist. Max hört seiner Freundin aber kaum zu, sondern läuft Lucy hinterher, womit er Wolverine zuvor kommt. Doch auch er kann Rogue nicht weiter zu hören, da er enttäuscht von ihr ist, denn schließlich wurde sie auch mal so ausgeschlossen und war froh darüber hier wieder Freunde gefunden zu haben. Wolverine selber aber, weiß wie Lucy sich fühlt, denn auch er ist nirgendwo zu Hause. Doch wie soll er der Kleinen helfen?…

Da der Mutant selbst sich aber keinen Rat weiß, sucht er nach Professor Xavier, der in seiner Maschine Cerebro nach dem Mutanten sucht, der den Präsidenten angegriffen hat. Logan sieht dem Schulleiter dabei zu und erschreckt sich fast, als sich die Metalschichten der Kugel auflösen und von überall Lichter erstrahlen. Die weißen, wie Charles Xavier ihm erklärt, sind die Menschen und die roten die Mutanten: „Wir sind nicht allein wie du siehst, auch wenn einige von uns sich so fühlen… du weißt von wem ich spreche oder? Du denkst ebenfalls an sie… ach, da ist er ja, endlich mal zur Ruhe gekommen, gut…“

Die Lichter verschwinden und der Professor lenkt seinen Rollstuhl in Logans Richtung, der verwundert ist über die schnellen Gedankensprünge des Mannes. Doch Charles Xavier macht keine Pausen, sondern redet einfach weiter und bittet Logan um einen Gefallen: „ Du machst dir Sorgen um sie, da sie keine Freunde hat und alle zu zurückstoßen… da Jean und Strom diesen Mutanten suchen werden und ich mit Scott aufbrechen muss, möchte ich dich bitten auf sie aufzupassen… auf sie und die anderen Schüler… sie brauchen jemanden, der für sie da ist… ich weiß, sie ist stark, aber sie schafft nicht alles alleine…“

Logan sieht den Professor immer noch fragend an, als dieser in seinem Rollstuhl an ihm vorbeifährt und Wolverine somit alleine zurückbleibt. Er denkt noch einmal über die Worte von Charles Xavier nach, doch gibt ihm dies immer noch keine Antworten darauf, wie er Lucy helfen soll. Die mittlerweile wieder im Garten sitzt und auf das Grab ihrer Mutter hinunter blickt. Dort versucht sie zur Ruhe zu kommen, aber das ist nicht so leicht, denn immerhin ist genau das eingetreten, was ihr soviel Angst gemacht hat. Rogue wollte gar nicht mit ihr reden und Max wird das auch nicht tun, sie wird ihn einfach verlieren und ist wieder allein mit sich selbst. Dabei hat ihr Vater ihr gesagt, dass Rogue und sie ähnliche Fähigkeiten besitzen und auf diese Weise vielleicht ins Gespräch kommen könnten, doch er lag falsch, das wusste sie sofort… nur ihm zu liebe und für Max hat sie es versucht, doch wieder ist alles umsonst gewesen… ihre Mutter hätte auf ihrer Seite gestanden, hätte ihr gesagt, dass dies nicht der richtige Weg für sie wäre, doch sie ist nicht mehr da und sie wird niemals wieder kommen und ihre kleine Tochter mit einem Lächeln aufmuntern… eine Träne fällt auf den kalten Grabstein, auf den plötzlich ein Schatten fällt. Erschrocken dreht Lucy sich um, denn sie hat Max nicht kommen hören, der sich nun zu ihr herunter kniet und ihre Hände in seine nimmt. Schluckend versucht er nach Worten zu suchen, doch sie weiß bereits was er ihr sagen will und nickt ihm zu, was er nicht versteht: „Du siehst mich an, und weißt was ich denke… aber was du denkst, dass weiß niemand… Lucy, ich hab einfach Angst… warum kannst du mir nicht mehr vertrauen? Warum wollest du weglaufen?…“

204max

„Ich weiß, dass es schwer für dich ist, aber ich kann einfach nicht darüber reden… bitte, Max, du musst mir glauben, es ist nicht…“, was soll sie jetzt sagen, wenn doch alles nur noch schwerer wird. Alle denken, dass sie eine Telepathin ist, doch niemand hat sie je danach gefragt und zudem würde sie eine solche Frage auch niemals beantworten… es hängt zuviel daran, zuviel, das sie noch niemals ausgesprochen hat…

Kopfschüttelnd versucht Lucy nicht wieder abzuschweifen, sondern will Max zuhören, aber er sagt nichts, nur seine Gedanken offenbaren ihr das, was ihn beschäftigt… wenn sie schon sagt es ist schwer, dann muss sie doch erst recht mit jemandem reden. Sie kann das nicht alles alleine durchstehen – aber ich habe nicht die Kraft dazu, ich kann ihr nicht helfen, wenn sie es selber nicht will…

„Max, ich will nicht mehr… ich kann nicht mehr… lass mich dich nicht auch noch verlieren, das ertrag ich nicht.“, weinend bricht Lucy zusammen und Max nimmt sie in ihre Arme. Denn auch wenn sie ihm nicht alles sagt, so braucht sie doch Hilfe und als ihr bester Freund kann er sie nicht alleine lassen…

                                                                                                                        

Während Storm und Jean aufbrechen, um nach dem fliehenden Mutanten zu suchen, sucht Mystique in Gestalt von Senator Kelly zur späten Stunde das Büro von William Stryker auf. Als sie die Abteilung erreicht verändert sie ihr Aussehen in das von Strykers Mitarbeiterin, damit sie weniger auffällt und kommt auf diese Weise auch durch die Identifizierung. Woraufhin es der Mutantin nicht mehr schwer fällt, sich bis an den Schreibtisch des Cornells vorzutasten, der zu dieser Stunde nicht mehr besetzt ist. Dort schaltet sie ihn ihrer richtigen blauen Gestalt den Computer an, um auf diesem nach Informationen zu suchen, doch leider hat Stryker alle seine Daten mit einem Stimmpasswort geschützt. Doch als Formwandler kann Mystique selbst ihre Stimme anpassen und so kommt sie an die Daten von Eric Lehnsherr. Doch vollkommen unerwartet stößt sie auch auf einen Ordner namens Cerebro, den sie interessiert öffnet und somit erfährt, dass Stryker die Maschine des Professors ein zweites Mal bauen will, doch für seine eigenen Zwecke…

 

Einen Kommentar hinterlassen