Folge 2.09

Folge 9 (16)

Vergangene Geschichten

 

 

Eric Lehnsherr saß in seinem Gefängnis und dachte an früher. Die vergangenen Tage mit Charles und den beiden Kindern. Sie haben als eine Familie gelebt. Happy und Truth liefen überall herum. Die Kinder wollten nur frei sein und endlich einmal leben. Susan würde all das nicht mehr sehen können. Sie war tot und Charles wusste nicht, ob er noch weiter leben konnte. Nur seine Kinder gaben ihm noch Kraft und Hoffnung auf bessere Zeiten. Sie waren alles, was er hatte. Eric konnte das Glück seines besten Freundes sehen, wenn er mit den Kindern zusammen war. Aber immer war da auch diese Angst… die Angst davor wieder jemanden zu verlieren… die Angst davor, dass seine Theorie über Truth stimmte… Eine Fähigkeit wie keine, eine Fähigkeit, die alles verändern würde… Eric dachte immer wieder daran und auch wenn Charles am liebsten alles verschweigen wollte, so glaubte Eric an die Kleine. Er wusste, dass sie die Wahrheit kannte. Auch wenn sie diese vielleicht noch nicht verstehen konnte, er würde ihr mit der Zeit alles erklären. Sie war seine Chance für den Sieg und er würde sie nutzen, egal, was Charles von dieser Idee halten mochte…

 

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Bobby hatte vorgeschlagen, zu seinen Eltern zu fahren. Dort könnten sie eine Weile bleiben und er hatte die Chance ihnen die Wahrheit zu sagen. Logan hielt es zwar nicht für eine gute Idee, aber er konnte sich vorstellen wie wichtig ein klärendes Gespräch für Bobby war. Zudem waren alle Teenager gegen ihn und selbst seine kleine Krankenschwester war nicht auf seiner Seite, was ihn schmerzte. Er hatte zu ihr gehalten, sie in Schutz vor den anderen genommen. Er wusste etwas, von ihr, was niemand anderes auch nur erahnen konnte und trotzdem war sie so kalt zu ihm. Er hatte nur versucht sie zu beschützen, wie man das nun einmal für Freunde machte. Doch scheinbar sah sie in ihm keinen Freund, sondern noch immer einen Fremden. Jemanden, dem sie nicht vertrauen konnte. Aber wenn nicht ihm, wem konnte sie dann trauen? Logan hatte niemandem von ihrem Geheimnis erzählt, sondern es für sich behalten… zeigte das nicht, dass sie ihm vertrauen konnte? Was musste er denn noch tun? Dieses Mädchen war ihm nicht egal und er wollte Lucy nur helfen. So wie er Rogue früher geholfen hatte… doch scheinbar waren die Mädchen einfach nicht zu vergleichen und man musste mit beiden anders umgehen… Logan versuchte nicht weiter darüber nachzudenken, anders als Max. Er saß genau hinter Lucy und beobachtete sie einfach nur. Sie war so schön und wirkte so zerbrechlich. Fast als wäre sie ein kostbares Sammlerstück, dass nicht verloren gehen durfte. Ja, er konnte sie auch einfach nur ansehen, als stünde sie in einer Glasvitrine und es tat weh. Er wünschte, er könnte sie anfassen. Ihr sagen, was ihn so quälte und vielleicht würde er es bei Bobbys Eltern schaffen. Sein Kumpel hatte sich schließlich auch ein Ziel gesetzt und versuchte dieses zu erreichen, also warum sollte Max es nicht schaffen? Der Mutant wusste noch nicht, was er sagen würde, aber er wollte es tun… ihr sagen, dass er sie liebte…

 

Bobby wusste, dass sie immer näher nach Hause kamen. Seine Nervosität stieg in jeder Minute, die verstrich. Rogue spürte, dass es ihrem Freund nicht gut ging und sie hielt seine Hand fest. Bobby konnte den Handschuh spüren. Leger, das sich an ihre Haut anschmiegte und so auch ein wenig von ihr preisgab. Ihre Berührung tat ihm gut und er war glücklich, sie in diesem Moment an seiner Seite zu haben. Sie würde das mit ihm durchstehen und er wollte seinen Eltern auch von ihr erzählen, damit sie sehen konnten, wie glücklich sie ihn machte. Er stellte sich vor, wie seine Eltern wohl reagieren würden. Aber dann ließ er es einfach sein und legte seinen Arm, um Rogue. Diese legte ihren Kopf gegen seine Brust und nur noch sein T-Shirt war zwischen ihnen. Bobby wünschte sich wie so oft, sie wären allein und Rogue hätte eine andere Fähigkeit… doch das würde wohl ein Traum bleiben…

 

John sah die Vertrautheit zwischen seinen Freunden und er fand es grauenhaft. Keiner konzentrierte sich darauf, was wirklich wichtig war. Der Kampf lag vor ihnen aber keiner von ihnen wollte das sehen, da sie alle eine rosarote Brille aufhatten. Hoffentlich schaffte er es irgendwie abzuhauen, wenn sie endlich angekommen waren und das konnte nicht mehr lange dauern.

 

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Storm hatte sich von den Verletzungen in der Kirche erholt und lag nun im Flugzeug. Sie wunderte sich darüber, dass sie immer noch nicht aufgebrochen waren. Aber Jean wollte eben sicher gehen, dass es ihrer Freundin auch wirklich gut ging. Sie sorgte sich um Storm und wisch kaum von ihrer Seite, genau wie Nightcrawler. Der blaue Mutant, der sich in Sekunden von einem zum anderen Punkt bewegen konnte, fühlte sich bei den zwei Frauen sicher. Bei ihnen hatte er Verständnis für seine Fähigkeiten gefunden und das beruhigte ihn. Vor ihnen musste er nicht weglaufen, sondern konnte sich endlich mal wieder richtig unterhalten. Er konnte ihnen sagen, dass er niemals vorhatte jemanden anzugreifen, aber er konnte nicht anders: „Es war wie ein Zwang. Ich musste ständig daran denken und konnte mich gar nicht wehren… ich wollte niemanden umbringen oder auch nur verletzen. Ich will doch nur leben und … meine Ruhe haben…“

Jean und Storm hörten dem Teleporter aufmerksam zu, bis sie dieses Signal wahrnahmen. Jemand versuchte mit ihnen Kontakt aufzunehmen und es musste wichtig sein. Sonst wurden sie nie auf ihren Flügel kontaktiert. Der Professor erwartete ihren Bericht immer erst dann, wenn sie wieder zu Hause waren. So hatten alle die Möglichkeit die neuesten Informationen zu hören und Charles Xavier musste nicht den Mittelsmann spielen. Doch erstaunlicher Weise war es nicht seine Nummer, die auf Jeans Handy immer wieder aufblinkte…

 

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Logan und die fünf Teenager waren endlich angekommen, aber zu Bobbys Enttäuschung waren seine Eltern nicht da. Der junge Mutant lief durch alle Räume und suchte nach seiner Familie, doch er kam niedergeschlagen zurück. Langsam ließ er sich auf die Couch sinken und Rogue setzte sich neben ihn. Sie versuchte ihn aufzumuntern, indem sie ihm sagte, dass seine Eltern bestimmt bald nach Hause kommen würden, aber auch damit kam sie nicht weiter. Ihr Freund veränderte nicht einmal kurz seinen Gesichtsausdruck, während John durch den Flur ging und sich die Familienphotos ansah. Zwei Erwachsene und zwei Söhne – Bobby und sein jüngerer Bruder… alle sahen so glücklich aus, allerdings wirkten die Bilder auch gestellt. Ihr Lächeln würden sie bestimmt nicht mehr haben, wenn Bobby ihnen erst einmal die Wahrheit gesagt hätte. Seine ganze Familie würde es die Sprache verschlagen. Sie würden ihn vielleicht sogar davonjagen, so wie es Johns Eltern getan hatten. Sie hatten Angst vor ihrem eigenen Sohn und der Gabe, die er besaß. Aber sie hatten es bereut… er hatte es ihnen heimgezahlt… nur die Hausmauer war stehen geblieben, aber drinnen… die Polizei hatte Tage gebraucht, ehe sie die verbrannten Leichen zwischen der ganzen Asche identifizieren konnten. Allerdings interessierte John das damals schon nicht mehr, denn er war zufrieden mit seiner Rache. Auch jetzt noch liebte er es, an die vergangene Zeit zurückzudenken, ohne zu bemerken, dass Lucy hinter ihm stand. Die Mutantin war entsetzt von dem, was John getan hatte… ja, sie selbst war auch kein Engel, aber sie würde sich niemals über einen Mord freuen. Immer wieder schüttelte sie ihren Kopf und wollte Johns Gedanken loswerden. Als er sie dann bemerkte, lief sie in Panik in die Küche. Dort trank Logan gerade ein kühles Bier und bot der Kleinen auch etwas zu trinken an. Sie lehnte jedoch ab und wollte mit niemandem reden. Sie wünschte sich, Logan würde sie in Ruhe lassen. Doch diesen Gefallen tat er ihr nicht: „ Hast du Angst vor mir? … Hab ich dir irgendetwas getan, dass du mir nicht vertrauen kannst? … Lucy, ich kenn die Wahrheit… du hast es mir selbst gesagt und jetzt…“

Logan nahm einen großen Schluck aus der Flasche, während Lucy die Tränen kamen. Sie konnte keine Worte finden, die auch nur annährend beschreiben konnten, was sie nun fühlte. John, Logan, Max… Jeder beanspruchte sie auf ihre Weise. Denn als sie aussah, konnte sie ihren besten Freund sehen. Er hatte nach ihr gesucht und lächelte sie an. Was er sagen wollte, erzählte sein Gesicht bereits und auch Logan musste es erkannt haben. Er ging auf Max zu und schob ihn auf die Tür zum Garten zu. Dann verschwanden die Beiden einfach und Lucy war allein… Fang mich…Komm schon, Lucy, lauf schneller… Jason wird dir nicht wehtun, er ist ein Freund… Lucy? Lucy, wo bist du? Mit Tränen in den Augen ließ sich Lucy auf den Boden sinken und vergrub ich Gesicht zwischen in ihren verschränkten Armen…

Drei Kinder liefen durch den Garten, immer weiter und immer schneller.

Es war alles nur ein Spiel, alles nur aus Spaß. Niemand wollte irgendjemandem

wehtun. Sie genossen nur die Zeit gemeinsam, den Sonnenschein, der sie wärmte.

Das Unglück sollte gar nicht geschehen… niemand wollte es… Lucy wollte nicht

von Jason gefangen werden. Es war alles nur ein Spiel… Ihr Bruder spornte sie an

und sie wusste, dass sie noch schneller sein konnte. Sie würde Jason weglaufen

können… Rodney lief und lief… Jason schien keinen von beiden zu bekommen…

aber dann war es da… das Grab… das hier war kein Spielplatz… es war ein

Friedhof… Lucy stoppte und war wie gelähmt… Jason fing sie und vor Schreck ging

sie zu Boden… Es war ja nur ein Spiel, das plötzlich grausam wurde…

 

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„Egal, was du ihr sagen willst, lass es sein. … Siehst du nicht, dass sie jetzt nur einen Freund braucht… nicht mehr…“, Logan stellte Max zur Rede. Aber das Gespräch schien keinen weiterzubringen, da ihre Ansichten zu verschiedenen waren. Max wollte jetzt nicht aufgeben. Er wollte nicht länger, nur der beste Freund sein, sondern mehr… Er liebte Lucy und keiner sollte sich dem in den Weg stellen. Sie kannten sich so lange. Lucy wusste alles über ihn und Max war sich sicher, dass sie zueinander gehörten. Logan brauchte das nicht zu verstehen. Vielleicht war der Mutant einfach noch nie selber verliebt gewesen und unterstützte Max deshalb nicht. Denn wenn Logan auch etwas für eine Frau empfinden würde, dann täte er das gleiche: „Ich lass mir von dir nichts sagen, Wolverine. Ich liebe Lucy und sie soll das endlich wissen. … Sie braucht keinen weiteren Freund, denn sie hat mich. Also lass sie in Ruhe…“

Max ließ Logan einfach stehen und verschwand in der Küche. Als er Lucy sah, setzte er sich zu ihr und nahm sie in die Arme. Sie sollte nicht länger weinen, sondern mit ihm glücklich werden, so wie sie es verdient hatte…

 

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Eric Lehnsherr lag auf seinem Bettgestell und wartete auf sein Essen. Nur heute war der Wachmann, der es ihm brachte, verändert. Irgendetwas hatte er an sich und Magneto konnte es spüren. Seine Finger kribbelten von dem Eisen in dem Blut des Wachmannes. Eric lächelte finster und wusste, dass er nun endlich frei sein würde. Seine Mystique war doch wirklich zu gebrauchen… Eric streckte genüsslich die Hand aus und riss das Eisen aus dem Blut des Wachmannes, der durchlöchert und stark blutend zu Boden fiel. Er würde den Tag nicht überleben, aber Eric war das egal. Die Freiheit war so nahe… Das Eisen hatte sich zu drei Kugel geformt und traf jeden, der Magneto aufhalten wollte. Nun konnte sich sein Plan erfüllen. Jetzt würde er Truth finden und ihr zeigen, wozu sie bestimmt war…

 

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Lucy weinte sich in Max Armen aus und klammerte sich an ihn. Die Erinnerungen taten so weh und keiner durfte die ganze Wahrheit erfahren… Eine grausame Vergangenheit hatte ihr Leben verändert und es würde niemals wieder so werden wie jetzt. Es war der einschneidende Punkt in ihrem Leben… nichts hatte sie mehr aus der Bahn geworfen, bis jetzt… Max flüsterte ihr die Worte direkt ins Ohr: „Ich bin immer für dich da… du bedeutest mir alles… Lucy, ich… ich liebe dich…“

 

Fortsetzung folgt…

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