Folge 2.16

Folge 16

Leben und sterben

 

 

Wolverine und Lady Deathstrike schlichen in dem kleinen Raum herum. Beide warteten sie nur auf einen Angriff des anderen Mutanten. Doch Logan rann durch dieses Spiel die Zeit davon. Er musste Lucy suchen, denn irgendwas sagte ihm, dass seine Kleine in Gefahr war. Es beunruhigte ihn und das würde diesem Kampf nicht gut tun. Er musste einen Weg finden, hier so schnell wie möglich hier raus zu kommen. Er hatte doch Stryker stellen wollen und nun war dieser doch davon gekommen. Wie sollte er jetzt nur Lucy finden und das noch rechtzeitig? Seine Gedanken kreisten nur um sie, bis fünf Krallen sein Gesicht zerkratzten. Die Mutantenlady hatte seine kurze Ablenkung genutzt und ihn angegriffen. Sie hatte eine Aufgabe und ihre Augen zeigten, wie kalt sie vorgehen würde. Sie starrte nur vor sich hin, ohne jede Gefühlsregung. Es war irgendwie erschreckend und doch musste Wolverine an ihr vorbei. Er musste diese Mutantin bekämpfen und besiegen mit seinen eigenen Waffen. Doch würde sie nicht wissen, was er vorhatte? Denn immerhin hatte sie die gleichen Fähigkeiten und das machte es nicht einfacher.

 

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John hatte sich alleine von der Gruppe abgesetzt und lief alleine zurück zum Ausgang. Wenn dieser Staudamm brach, dann wollte er in Sicherheit sein und das alles hier überleben. Wieso sollte er auch für einen anderen sterben? Wieso sollte er jemanden retten, obwohl sie ihm nie wichtig gewesen sind? Er brauchte doch immer nur sich selber und genau so würde er nun leben. Ganz allein und ohne alle anderen, ohne die Schule und ohne den Professor. Es gab nur noch ihn allein und die Tür, durch die er in die Freiheit gehen konnte. Doch scheinbar war er nicht der Einzige, der hier raus wollte. Es liefen hunderte von Menschen aus allen Winkeln des Staudammes auf ihn zu. Keiner achtete auf ihn, denn alle wollten nur ein – in die Freiheit. Alle Soldaten raten um ihr Leben, denn ihre Anzeigetafeln würden nicht lügen. Der Damm drohte einzubrechen und würde sie alle lebendig unter sich begraben. Für John zählte nun auch jede Minute und so rannte er mit den Soldaten mit, die gar nicht auf ihn achteten und er somit einfach im Strom verschwinden konnte.

 

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Storm, Nightcrawler, Mystique, Scott und Jean waren endlich am Ziel. Hinter der Stahltür konnten sie die Kinder schreien können und wussten, was sie für eine Angst haben mussten. Doch jetzt würden sie alle die Schüler retten. Keiner sollte zurückbleiben, sondern sie würden alle gemeinsam in ihre Freiheit, in die Schule zurückkehren. Aus diesem Grund stellten sich die Erwachsenen hinter Scott, der versuchte sich zu konzentrieren. Er musste die Stahltür öffnen und zwar ohne auch nur eins der Kinder zu verletzen. Er wusste, dass sie nun alle auf ihn zählten und all ihr Vertrauen auf ihn setzen, aber reichte das? War er dieses Vertrauen wert, wo so viel schief gehen konnte? Er schüttelte den Kopf, denn es gab kein Zurück mehr. Seine Augen öffneten sich und der ganze Gang erstrahlte…

 

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Logan betrachtete seine Gegnerin, die scheinbar nicht wusste, was genau sie erwarten würde. Ihr gegenüber stand ein Mutant, der war wie sie. All die Wunden, die sie ihm zufügte, verschwanden augenblicklich, so wie die ihren. Sie sahen aus, als würde ihr Kampf gerade erst beginnen. Doch so fühlte sie sich nicht… Lady Deathstrike merkte wie sie allmählich schwächer wurde. Wolverine würde das bestimmt ausnutzen, wenn… das Mädchen, Lucy… ja, sie konnte sich erinnern. Sie war noch so jung gewesen und doch hatte Stryker einen Feind in ihr gesehen. Nur warum?… oder war es sein Sohn, der es ihr eingeredet hatte? Von wem kamen all diese Aufträge in ihrem Kopf? Das hatte sie sich doch niemals selber gesagt…

Logans Gegenspielerin versuchte sich an der Wand festzuhalten und er konnte ihr ansehen, dass ihr irgendetwas zu schaffen machte. Aber was und warum gerade jetzt? War das etwa alles nur einen Trick, um ihn noch länger festzuhalten? Sollte er einfach gehen und Lucy suchen, auch wenn er nicht wusste wo? Gab es für ihn überhaupt eine Chance sie zu finden? Wenn ja, dann sah er diese nicht und konnte sich nur an einen Gedanken klammern… vielleicht weiß sie etwas

Logan ging auf die Mutantin mit den langen schwarzen Haaren und den krallenartigen Fingernägeln zu. Sie war auf den Boden gesunken, da ihr Kopf vor lauter Fragen zu explodieren drohte. Aber sie sah ihn an… er hatte keine Krallen mehr und das hieß wohl Waffenstillstand. Einen Moment Pause und die Möglichkeit durchzuatmen. Aber für wie lange? Wann würde er wieder angreifen? Wann würde er anfangen, ihr Befehle zu erteilen? Befehle, die sie gar nicht befolgen wollte… all die Kinder… was hatte sie nur getan?…

„Ich will nicht mehr. Ich will nur noch hier raus, bitte. – Ich sage auch, wo sie alle sind. Nur bitte, lass mich gehen.“, Logan sah die Tränen in den Augen der gebrochenen Mutantin und half ihr still dabei aufzustehen.

 

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Lucys Kopf lag fassungslos auf dem Schoss ihres Vaters. Der Druck war weg und auch diese Angst, dass Leben zu verlieren. Der Tod schien doch vorüber gegangen zu sein… sie hatte es geschafft… doch sie war nicht glücklich… sie konnte etwas spüren, was nicht wahr sein durfte. Sie wagte es nicht einmal ihre Augen zu öffnen, sondern ließ die Hände ihres Vaters sinken… alles war leblos… alles war tot… nur noch sie…

Lucy war verzweifelt und wünschte sich, dass Jason aufstehen und sie töten würde. Doch nicht er, sondern sie war die Mörderin… zwei Leichen in nur einer Nacht… eine ausgelöschte Familie… aber kein Weg, die Vergangenheit zu vergessen… vielleicht war ihre Mutter deshalb bei der Geburt gestorben. Lucy hatte sie getötet und damit niemals aufgehört… Rodney, Jason, Charles…

Alles war nur ihre Schuld und sie würde sich selber niemals verzeihen können. Sie hatte einmal alles richtig machen wollen. Sie war zurückgekommen, um ihren Vater zu retten… und nun war er durch ihre Hand gestorben… eine Gabe wie der Tod ist niemals zu ertragen. Nicht für Lucy und für keinen sonst. Nur warum konnte sie sich nie selber töten? Es einfach beenden und niemanden mehr verletzen… so oft versucht und doch nie das gleiche gespürt… der Schmerz war nie gekommen… nur durch diese Klingen…

 

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Magneto, Max, Bobby und Rogue rannten noch immer durch die Gänge des Staudammes. Sie brachen jede Tür auf und durchsuchten jeden Raum. Doch Lucy war nirgendwo zu finden. Ihre Freundin war wie vom Erdboden verschluckt, doch keiner von ihnen wollte aufgeben. Sie mussten es weiterversuchen, dass waren sie ihr schuldig. Sie mussten es für sie und auch für sich selber tun. Sie vertrauten auf ihre Kräfte und auf Lucys Überlebenswillen… nur Eric hatte Angst… was war, wenn sein Patenkind gar nicht an sich selber glaubte? Was war, wenn man auch ihre Gedanken kontrollierte und sie an damals erinnerte… nach Happys Tod hatte sie nicht mehr leben wollen. Sie war einfach weggelaufen, um einen anderen Weg zu gehen. Sie wollte versuchen, alles zu vergessen und bat um eine zweite Chance… nur bei wem? Wer sollte ihr denn eine zweite Chance geben, wenn sie selber gar nicht daran glaubte? Die Dinge, die sie sagte, waren nicht die Dinge, die sie fühlte und Eric konnte ihr das an der Nasenspitze ansehen. Er brauchte nicht ihre Gedanken lesen und Charles tat es nicht, weil er Angst hatte… Angst vor allem… Angst vor seiner eigenen Tochter…

Max riss Eric aus seinen Gedanken, denn der Mutant schrie nach Lucy. Sie gab ihm keine Antwort, doch dafür kamen Logan und Lady Deathstrike um die nächste Ecke gebogen. Logan war zwar nicht froh, Max zu sehen, aber er wusste auch, dass sie beide nach Lucy suchen würden und zwar bis zum bitteren Ende: „Ich weiß wo sie ist und wir dürfen keinen Moment mehr verlieren. Folgt mir!“

Alle Mutanten rannten los. Keiner nahm mehr etwas um sie herum war. Es ging nur noch um Lucy. Endlich würden sie ihre Freundin finden. Doch der Weg veränderte sich zunehmend… es ging nach unten, dorthin, wo sich das Wasser sammelte… erst jetzt wurde der Gruppe klar, dass der Damm begann zu brechen und das trieb sie nur noch mehr zur Eile an. Vor ihnen war diese riesige Tür und Logan versuchte sie mit seinen Eisenkrallen zu öffnen. Aber es war Strykers Konstruktion… es würde dauern, das Tor aufzubrechen, wenn sie nicht Eric Lehnsherr dabeigehabt hätten. Er riss Logan beiseite und streckte seine Hände der Tür entgegen…

 

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John spürte die frische Luft in seinen Lungen und atmete tief durch. Die jämmerlichen Menschen versuchten noch um ihr Leben zu rennen. Aber wie weit würden sie schon kommen?… er würde jeden einzelnen von ihnen kriegen. Kein Mensch sollte ihn je wieder verachten. Nein, er wollte seine Rache und der Erste auf seiner Liste, war der Mann, der am schnellsten rannte… Cornell William Stryker…

 

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Die Tür war offen. Sie alle konnten sie sehen. Die vielen bleichen Gesichter. Sie standen alle vor ihnen und jeder von ihnen konnte sehen, was die Kinder für eine Angst hatten. Sie alle mussten hier raus und versuchen, die schrecklichen Tage zu vergessen. Sie mussten wieder zur Schule und die Erwachsenen wollten nicht warten. Sie mussten alle aufbrechen, doch etwas beunruhigte sie… Storm hatte sich umgedreht und wollte John sagen, dass sie beide mit Kurt die ersten Kinder mitnehmen würden. Doch wo war John? Wann hatten sie den Mutanten verloren? Es hätte ihnen doch auffallen müssen? War jemand hier, der John erst gerade von ihnen gerissen hatte? Oder wollte der Junge auf eigene Faust handeln?… Storm dachte an die Ereignisse am Haus von Bobbys Eltern und hatte Angst. Was war, wenn John wieder ausraste und seine Kraft ungehindert einsetzte? Jetzt würde ihn wohl keiner daran hindert können einen Menschen zu töten… ein Grauen spielte sich im Kopf der Mutantin ab und Jean konnte es sehen: „Wir können jetzt nur die Kinder retten. John werden wir dann später finden. – Storm bitte.“

Storm und Scott konnten beide nicht glauben, dass Jean so etwas sagte. Sie war doch immer diejenige gewesen, die jedem ihr Vertrauen schenkte und nun? Nun wollte sie zulassen, dass einer ihrer Schützlinge einen Mord begann?

Storm konnte dies nicht zulassen und bat Kurt ihr zu helfen. Die Beiden verschwanden einfach vor den Augen der anderen. Jean tat nichts dagegen, sondern nahm Scotts Hand: „Ich bin bei dir und zeige dir den Weg nach draußen… nur müssen wir uns beeilen, ehe hier alles einstürzt.“

Scott drückte die Hand seiner Freundin und sagte den Kindern, dass sie ihnen nachlaufen sollten. Sie mussten alle zusammen bleiben und nur Mystique sollte das Schlusslicht sein, damit keines der Kinder zurückblieb…

 

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Die Tür schwebte noch über ihnen und Logan betrat den Raum, noch bevor Magneto die Eisentür absetzen konnte. Der Mutant wollte zu Lucy und sie hier rausholen. Doch wo war sie?… Er konnte den Rollstuhl des Professors sehen… Jason, der auf dem Boden lag… er bewegte sich nicht mehr und als Logan sich zu ihm runter beugte, wurde es ihm sofort klar. Er war tot… aber ein Wimmern sagte ihm, dass dies nicht auf alle zutraf… Lucy… Sie lebte und kniete am Rollstuhl ihres Vaters. Ihre Hände waren rot und sahen aus, als wären sie verbrannt worden. Ihre Tränen zischten wie ein einzelner Tropfen Wasser auf einer heißen Herdplatte. Ein Tropfen auf den heißen Stein und Logan wusste warum…

Seine Kleine trauerte und niemand würde ihr das wiedergeben können, dass sie verloren hatte. Ihr Vater war für immer von ihr gegangen und nun war sie ganz allein… oder nicht? Sie hatte Freunde und sie hatte ihn. Sie musste nicht alleine sein, wenn sie nur zuließ, dass jemand bei ihr war. Auch jetzt wollte Logan für sie da sein und ihr helfen, vom Boden aufzustehen. Doch Lucy schlug um sich und schrie ihn an: „Verschwinde! Lass mich allein! Ich will nicht mehr… ich kann nicht mehr… ich will bei ihnen sein… ich will nicht mehr leben… tot… sterben… ich will…“

Logan zog Lucy an sich heran, egal ob sie es wollte oder nicht. Er würde sie nicht sterben lassen. Nicht jetzt und auch kein anderes Mal. Sie sollte doch leben und er würde ihr zeigen, was das bedeutete. Auch ihre Freunde wollten ihr dabei helfen und kamen auf die beiden anderen Mutanten zu. Max wollte Lucy an sich nehmen, doch Eric schob ihm aus dem Weg. Er sank neben Lucy, die sich von Logan fortriss und ihren Onkel umarmte: „Ich will nicht mehr… Onkel Eric… ich kann…“

„Ist gut, mein Kleines. Wir werden Charles neben den anderen beisetzen. Dorthin, wo auch wir beide einmal unsere letzte Ruhe finden. Ich verspreche dir, dass deine Familie noch für dich da ist, denn wir haben uns.“, Eric streichelte Lucy sanft übers Haar. Bobby, Max, Rogue und Logan waren sprachlos. Niemand schaffte es, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als auf Lucy und ihren Patenonkel Eric Lehnsherr.

Doch dann meldete sich Lady Deathstrike von der anderen Seite des Raumes zu Wort. Sie warnte die Gruppe vor dem Wasser und wollte hier raus. Logan nickte und ließ sich von Bobby dabei helfen, den Professor aus dem Rollstuhl zu nehmen. Sie würden ihn nicht hier zurücklassen, sondern hinaustragen. So wie Eric Truth in seinen Armen trug wie ein kleines Kind. Sie hatte ihre Arme um ihn geschlungen und war froh, dass sein Mantel seine Haut bedeckte… sie hatte sterben wollen… aber diese Klingen… sie kamen nicht durch. Das Leiden würde weitergehen, aber Lucy hoffte darauf, dass es bald zu Ende sein würde und sah ihren Onkel an. Sie wusste, dass er jetzt nicht mit ihr reden würde… aber sie konnte mit ihm reden… und mit allen anderen, die ihr helfen wollten…

Hilf mir… und töte mich…

 

Fortsetzung folgt…

 

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