Folge 3.02

Folge 2 (25)

        Ich weiß, was ich will

        I know what I want

 

 

Lucy ging über das Gelände der Universität. Ein Schüler nach dem anderen lief an ihr vorbei und niemand achtete auf sie… so war sie es ja auch gewohnt… doch dann musste sie an Rachel denken. Die Fremde aus Newport hatte sie aufmuntern können. Sie hatte ihr eine gewisse Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Lucy wollte diesen Gedanken auf keinen Fall verlieren und formte ihre Lippen zu einem Danke… Sie wusste zwar, dass Rachel sie nicht hören konnte und sich vielleicht noch nicht einmal an sie erinnern würde, aber sie würde es tun…

Aber da war noch etwas anderes… Logan und Max… ja, sie musste sich zwischen den Beiden entscheiden, das war sie ihnen schuldig. Aber konnte sie es?… Beide waren ihr auf ihre Weise wichtig und unersetzlich… doch liebte sie einen der Mutanten?…

Sie hatte nie darüber nachgedacht, weil sie nicht an eine Zukunft geglaubt hatte. Doch Rachel hatte für ein paar Minuten ihr Glück offenbart… die junge Frau hatte an ihren Freund gedacht und Lucy hatte in diesem Moment gespürt, dass sie sich auch wünschte geliebt zu werden. Sie wollte das spüren, was ihr Vater ihr immer geben wollte… und sie wollte leben…

Lucy nahm sich vor, noch einmal von vorne zu beginnen, denn jetzt wusste sie ja, was sie wollte…

 

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Logan war niedergeschlagen… da hatte er sein Mädchen gefunden und dann musste er sie einfach gehen lassen. Und das alles nur wegen diesen Teenagern… Max… nein, er würde Lucy nicht an dieses Kind verlieren. Aber trotzdem war er ihr bester Freund und vielleicht sollte er versuchen ihn nicht direkt zusammenzuschlagen. Lucy würde das so oder so nicht billigen und je eher er ihr seine Liebe beweisen konnte, desto besser. Doch würde sie das überhaupt je merken? Er war doch hier, hier in der Schule. Nach der Schlägerei in der Hotelbar hatte er Max hierher gebracht und sich dann mit Storm angelegt. Sie wollte wissen, wo er den Leichnam des Professors versteckt hielt, denn schließlich musste Charles Xavier beerdigt werden…

Logan wollte jedoch sicher gehen, dass die Tochter des früheren Schulleiters bei seiner Beisetzung anwesend war und deshalb hielt er den toten Körper des Professors noch weiterhin versteckt. Aber für wie lange noch?… Irgendwann musste man ihn doch finden, nur würde Lucy dann zurück sein?

„Logan?… Logan? An was denkst du gerade?“, Scott kam um die Ecke gebogen und überraschte Logan, dem man ansehen konnte, dass er die letzten Nächte kein Auge zugemacht hatte. Seine Augenringe… das blasse Gesicht… und die Müdigkeit sprach aus seinen Augen… doch Scott ging es nicht anders. Seit dem Tod seiner Freundin Jean sprach er kaum noch und nachts weinte er sich mit den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in den Schlaf.

„Du fragst mich, ob es mir gut geht?… Mir geht´s genauso beschissen wie dir. Ich habe das Gefühl, als wäre Lucy gestorben, weil ich nie weiß wo sie ist oder was sie gerade durchmacht, Ich kann nicht für sie da sein… es ist, als würde ich sie im Stich lassen…“, Logan hatte noch nie ein so offenes Gespräch mit Scott geführt, doch in diesem Moment wussten sie, dass sie das gleiche durchmachten.

 

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Max ging in die Küche und wollte sich etwas zum Kühlen holen. Seine Verletzungen waren eben nicht so schnell verheilt, wie die von Logan und sie schmerzten ihn so noch immer. Auch Lucys Gesicht, als sie ihre beiden Männer sah, quälte ihn… sie war enttäuscht und schockiert von dem, was sie getan hatten. Sie würde bestimmt nicht so schnell zurückkommen, wenn sich Logan und er nicht änderten. Aber was sollte er denn tun? Logan in die Arme schließen und darüber hinwegsehen, dass der Mutant ihm seine Lucy wegnehmen wollte?… nein, das konnte er nicht zulassen – niemals…

 

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Bobby wusste, dass es seinem besten Freund schlecht ging und er wollte für ihn da sein. Aber etwas hielt ihn zurück… er konnte nicht verstehen, warum seine Freundin seine Meinung nicht teilte und so versuchte er zuerst mit Rogue zu sprechen. Sie drehte sich aber nicht zu ihm um, sondern ging einfach immer nur weiter. Sie hörte ihm zwar zu, aber wusste sie nicht, ob sie ihm ins Gesicht sehen konnte…

Ja, er wollte Max helfen und sie konnte das sogar verstehen… doch konnte sie das auch? Es war schließlich nicht nur Lucy, die sich zwischen Logan und Max entscheiden musste… sondern auch Rogue selbst… sie war mit Beiden befreundet und wollte keine dieser Freundschaften aufgeben. Doch wenn sie jetzt einem helfen würde, dann war es möglich, dass der andere nicht mehr mit ihr reden würde…

„Das ist totaler Blödsinn, Rogue. Max ist unser Freund und wir müssen für ihn da sein. Logan dagegen… gut, du und Lucy könnt ihn vielleicht leiden, aber was hat er denn schon großartiges getan? Er ist doch immer nur weg und lässt jeden seiner Freunde ihm Stich und da willst du noch zu ihm halten?… Rogue, ich war auch mal so blöd einem angeblichen Freund zu vertrauen und jetzt?… Rogue, John hat William Stryker getötet und was glaubst du, wird Logan noch alles tun?… Wach auf, Liebes. Du kannst nun mal nicht jeden beschützen.“, Bobby mochte es nicht nur zu Rogues Rücken zu sprechen, doch dann drehte seine Freundin sich zu ihm um und sah ihm direkt in die Augen. Sie konnte nicht glauben, dass Bobby Logan mit John vergleichen konnte und war wütend: „Du hast kein Recht über meine Freunde zu urteilen.“

Rogue lief an Bobby vorbei und ließ ihn alleine auf dem Flur stehen. Er konnte es nicht glauben und blieb perplex stehen… war das jetzt alles?…

 

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Eric Lehnsherr stand im Garten der Mutantenschule seines besten Freundes Charles Xaviers… er blickte auf die Gräber von Susan und Rodney hinunter. All das war schon so lange her, aber niemand hatte es vergessen können. Die Bilder hatten sich auch in seinen Kopf eingebrannt… dabei wollten Susan und Charles mit ihren Kindern endlich in Frieden leben. Sie wollten nicht länger Angst haben müssen um ihr Überleben. Keine Angst mehr vor den Menschen, sondern mit ihnen Frieden schließen… es war ihr Traum gewesen…

Eric hatte nie wirklich daran geglaubt und seine Freunde immer nur gewarnt und jetzt war es wieder passiert… jetzt hatte Stryker Charles getötet und es würde bestimmt nicht mehr lange dauern bis auch Truth sterben musste… wenn er nicht auf sie aufpasste…

 

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Storm saß im alten Büro des Professors… es gehörte nun ihr, aber tief in ihrem Herzen glaubte sie nicht daran. Sie war immer nur eine Lehrerin hier gewesen, aber niemals eine Anführerin… wie sollte sie die Kinder alle zusammen halten, wenn selbst die Ältesten einfach reis aus nahmen? Sie konnte ja nicht einmal Max aufhalten, sondern war gegen eine Wand aus Eis gelaufen, die Bobby hervorgerufen hatte…

Sie glaubte, dass es immer so weiter gehen würde. Keiner würde auf sie hören, sondern nur versuchen seinen eigenen Weg zu gehen… oft wünschte sie sich, dass wenigstens Scott ihr helfen würde, aber er trauerte noch immer um Jean. Storm war also alleine, bis sie dieses Geräusch hörte: „Kurt, ich habe jetzt wirklich keine Zeit. Ich muss mich noch um so viel kümmern und mein Kopf explodiert fast.“

„Das tut er nicht. – Sie schaffen das hier schon. Mein Vater hätte es gar nicht anders gewollt.“, Storm hörte die Stimme und doch konnte es nicht sein… Lucy…

 

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Mitten in New York auf der Liberty Island schlich John sich herum. Sein Blick war auf die Freiheitsstatue gerichtet. Für alle hatte sie eine bestimmte Bedeutung, doch für ihn war sie nicht positiv… für den Mutanten war es das Symbol für die Herrschaft der Mensch über die Mutanten. Das Symbol für alles, was er hasste. Auch für dieses Mädchen… Lucy

 

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„Hast du… Entschuldigung, ich bin natürlich froh, dass du wieder hier bist… aber… Lucy, hast du gerade gesagt, dass… der Professor…“, Storm konnte es nicht glauben. Hatte dieses Mädchen ihr wirklich gesagt, dass sie die Tochter von Charles Xavier wäre? Das war doch eine glatte Lüge, das konnte doch nicht wahr sein… jedoch nickte Lucy und reichte Storm ihre Hand: „Er hätte gewollt, dass Sie Schulleiterin werden und ich glaube, dass sie das sehr gut machen werden… sie müssen nur an sich glauben. – Sie sollten nämlich nicht so enden wie ich…“

Storm sah Lucy immer noch verwirrt an, aber sie drückte ihre Hand und spürte den Handschuh. Ihre Gedanken kreisten in diesem Moment um alles, doch Lucy sagte nichts dazu. Sie lächelte nur sanft und verließ dann das Büro…

Die neue Schulleiterin blieb also alleine zurück und musste auch lächeln. Sie wusste zwar nicht, warum Lucy gerade jetzt zurückgekommen war und warum sie sagte, sie wäre die Tochter des Professors… doch zumindest glaubte sie an Storm und das gab ihr neuen Mut.

 

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Bobby setzte sich neben Max und beide schwiegen. Zwei Freunde, die mehr nicht brauchen als jemanden der bei dem anderen war. Allein die Nähe seines Freundes nahm Max ein Stück seines Kummers. Es baute ihn auf, dass er nicht alleine war: „Danke, dass du hier bist.“

„Das ist doch selbstverständlich… du würdest es schließlich genauso tun.“, Bobby und Max sahen einander nicht an, aber das mussten sie auch nicht. Sie wollten einfach nur sitzen bleiben und weiter schweigen…

 

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Rogue wollte sich in ihr Zimmer zurückziehen. Dabei kam sie an Logans Raum vorbei und blieb stehen… sie wusste, dass Bobby in diesem Moment bei Max war, doch Logan musste allein sein… sie klopfte an und doch antwortete ihr niemand. Wahrscheinlich wollte Logan niemanden sehen, aber sie wusste, dass man einen Freund nicht alleine lassen durfte. Bobby würde es zwar nicht verstehen… aber für sie war Logan immer da gewesen und nun musste sie ihm etwas zurückgeben und öffnete die Tür.

Logan drehte seinen Kopf zur Tür und sah Rogue, die sich zum ihm aufs Bett setzte. Sie fragte ihm, ob es ihm gut ging und legte seine Hand auf seinen Arm… wieder dieser Handschuh wie bei Lucy… er konnte nicht hinsehen und stand auf. Logan ging zum Fenster und doch sah er nicht hinaus: „Wieso bist du nicht bei Max? Der Junge braucht unbedingt Hilfe… seine Verletzungen sind noch immer nicht verheilt…“

„Manchmal gibt es Wunden, die man nicht einmal sehen kann… du brauchst auch Hilfe, Logan. – Ich kann dir nicht sagen, ob und wann Lucy zurückkommen wird, aber… du kannst nicht weglaufen oder dich hier einsperren, das bringt doch eh nichts.“, Rogue wollte Logan Mut machen, doch dafür war sie wohl nicht die Richtige. Sie sah nur, wie sehr ihr großer Freund litt und wie sehr Lucy ihm fehlte… Max musste zwar auch leiden, allerdings glaubte Rogue, dass es für Logan schlimmer war, dass Lucy nicht hier war. Max hatte seine Freunde hier gefunden, aber Logan… er hatte immer nur Rogue und Lucy gehabt. Eine von ihnen nun zu verlieren fühlte sich an, als würde er sich selbst verlieren…

 

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Lucy spürte den Schmerz in den Wänden. Die tiefe Trauer in den Herzen der Menschen… Logan… Max… Scott… alle waren sie da und alle fühlten sie sich allein. Eben so wie Lucy sich ihr ganzes Leben lang gefühlt hatte, allerdings war das jetzt vorbei. Sie atmete tief ein und schloss ihre Augen… noch bevor sie diese wieder öffnete, spürte sie eine Hand, die sie festhielt…

Ja, sie war nicht allein. Sie konnte neu beginnen und sie wollte es. Dann öffnete sie ihre Augen und sah ihren Paten Eric an. Er war froh seine Kleine Truth wieder bei sich zu haben und gemeinsam blickten sie auf die beiden Grabsteine: „Hier will ich einmal liegen… und Dad wird auch seine letzte Ruhe hier finden… ich wollte es nie glauben, doch wir gehören nun einmal hierhin. – Wir sind Mutanten und am Ende werden wir auch so sterben…“

Eric legte seinen Arm um seine kleine Patentochter und wusste, für was sie sich entschieden hatte. Sie wollte neu beginnen… sie musste an den Ort zurück, der ihr soviel Kummer gebracht hatte und mit ihrem alten Leben abschließen… denn nur so konnte ein neues beginnen mit einem Mann an ihrer Seite…

 

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„Ich werd dich finden, Lucy und dann werden wir abrechnen. Du willst sehen, dass du nicht immer nur das tun kannst, was dir passt… es geht immer um uns alle und wir müssen für jeden Einzelnen kämpfen.“, auf Johns Gesicht zeichnete sich ein boshaftes Lächeln ab, als er seine Hand hob und mit seinem Feuer die Freiheitsstatue angriff…

 

 

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