Folge 3.05

Folge 5 (28)

        Eine neue Ära

        Everything new

 

 

Lucy war froh, als sie Logan ihre Hand hielt und sie gemeinsam einen neuen Weg gehen würden. Auch ihr Onkel, Mystique, Kurt, Max, Rogue und Bobby würden mitgehen und die Schule und alle Erinnerungen daran zurücklassen. Storm und Scott gefiel dies natürlich nicht, aber sie konnten die Entscheidung der anderen nicht rückgängig machen und so standen sie nun am Hauptportal und verabschiedeten sich von allen. Jeder schloss den anderen in seine Arme und dann setzte Mystique sich in ein Auto. Eric nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Eigentlich sollte auch Kurt mit ihnen fahren, aber dann entschied er sich doch bei den jungen Erwachsenen mitzufahren und setzte sich nach vorne neben Max. Auf der Rückbank machten es sich Bobby und Rogue bequem, während Lucy Logan anstrahlte: „Wir fahren also mit dem Motorrad? – Ich bin noch nie auf so einem Ding gefahren, aber in den Filmen sah das immer ganz cool aus.“

„Ja, dann wollen wir mal sehen, ob es dir wirklich so viel Spaß macht, oder ob du nach ein paar Minuten doch ins Auto umsteigen willst.“, Logan nahm seine Lucy noch einmal in die Arme und drückte sie fest an sich. Dann ließ er sie los und nahm von Scott einen Helm entgegen, den sie sich aufsetzen sollte: „Moment, wieso gibt es denn nur einen Helm?“

„Weil ich groß bin und so was nicht brauche.“, Storm konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und nahm dann Lucys Helm entgegen, was Logan argwöhnisch betrachtete. Er hatte Angst, dass seiner Freundin etwas passieren könnte, aber andererseits war sie wie er. Eine Mutantin, die wusste, was sie wollte und ihr etwas auszureden war sinnlos. Aber genau so liebte er seine Kleine auch und deshalb war er froh, als er endlich ihre Hände um seine Taille spürte und wusste, dass es ab heute immer nur besser werden konnte.

 

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John lungerte sich auf einem Bett herum und ließ den Fernseher laufen. Die Leiche des früheren Bewohners dieses Apartments lag noch auf dem Boden und doch achtete John nicht auf das verkohlte Etwas. Er lag einfach nur faul da und starrte an die Decke des abgedunkelten Raumes. Ab und zu zuckte ein Lächeln über sein Gesicht, denn er dachte an Lucy… er malte sich ein Szenario nach dem Anderen aus, wie er sie töten würde. Er wusste, dass noch viel Zeit vergehen würde, bis es soweit war… aber jedes Bild in seinem Kopf machte ihm das Warten erträglicher… ich finde dich… ich töte dich… ich lösche dich einfach aus, so dass niemand mehr auf dein kleines Spiel hereinfallen kann. Niemand mehr wird in deine Augen sehen und sagen, dass du nie jemandem etwas antun könntest… ich weiß, dass da etwas sein muss, etwas das du allen verheimlichst… und ich werde es finden…

 

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Eric hatte seine Hände gefaltet und sah zufrieden aus. Seine kleine Patentochter tat genau das, was er sich für sie gewünscht hatte. Sie suchte sich ihren eigenen Weg, weit weg von Charles und seinen Vorstellungen. Nein, Truth würde alles anders machen und er war schon gespannt darauf, wie sie es anstellen würde: „Mystique, du musst wissen, dass meine Kleine es noch nicht weiß. Aber sie wird einmal etwas ganz Großes vollbringen… sie ist unser Schlüssel zum Glück, unser Weg aus der Gewalt der Menschen. Sie wird uns in die Freiheit führen.“

Mystique nickte und sah wieder auf die Straße, während Eric weit weg mit seinen Gedanken war…

 

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Im zweiten Auto versuchte Max mitzuhalten. Niemand hatte ihm gesagt, wo die Reise eigentlich hinging, aber immerhin musste er nicht alleine in der Schule bleiben. Er war bei seinen Freunden und in der Nähe von Lucy… und so schwer es ihm auch fiel, sie mit Logan zu sehen, so hatte er innerlich noch keinen Schlussstrich gezogen. Er würde nur den passenden Moment abwarten, bis er eine zweite Chance von ihr bekam…

Bis dahin versuchte er seinen Schmerz so gut es ging zu verstecken und schaltete erst einmal das Radio an. Nachrichten… eigentlich wollte Max den Kasten schon wieder ausmachen, doch dann sagte die Sprecherin etwas, dass seine Aufmerksamkeit fasste. Verschiedene Feuerkatastrophen hatten New York in den letzten Wochen heimgesucht und die Polizei ging mittlerweile von Brandstiftung aus. Auch wenn sie noch keinen Verdächtigen hatten, war die Angst vor Nachahmern schon jetzt groß…

Bobby lehnte sich vor und wollte die Worte besser verstehen können. In seinem Kopf zeichneten sich bereits Bilder von John ab, wie er die ganze Stadt in Brand setzte und das beunruhigte ihn zunehmend: „Fahr bitte rechts ran. Ich brauch unbedingt frische Luft…“

„Bobby? Bobby ist alles in Ordnung?“, Rogue kontrollierte ihr Hände, aber an ihr konnte es nicht liegen. Ihr Freund hatte irgendetwas anderes auf dem Herzen und sie musste erfahren was es war. Sie bat Max ebenfalls rechts ran zu fahren und trieb ihn förmlich zur Eile an.

 

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Logan sah in seinen kleinen Seitenspiegeln, dass ein Auto stehen geblieben war, nur warum?

„FESTHALTEN!“, Logan riss das Motorrad herum und ruf zurück bis zum liegen gebliebenen Wagen und blieb das stehen. Er ließ Lucy absteigen, ehe er selbst nachsehen wollte, was passiert war: „Ist der Sprit leer oder irgendwas kaputt?“

„Nein, Bobby geht es nicht gut.“, Lucy ging zu ihren Freunden und wollte wissen, was genau los war. Keiner von ihnen wusste aber genaues und Bobby lief nur hin und her und versuchte ruhig zu atmen. Dabei wurde er von Logan skeptisch beobachtet, der sich dann aber von ihm abwendete, als auch der zweite Wagen zu ihnen zurückkam. Magneto konnte nicht verstehen, aus welchem Grund sie ihre Reise nicht fortsetzten, als Bobby plötzlich anfing zu schreien: „Es reicht. Hat denn gerade keiner die Nachrichten gehört? – Das Feuer, es ist überall in New York und tötet einen Menschen nach dem anderen…warum wohl? Na, es ist John. John ist der Brandstifter.“

„Du solltest vorsichtig sein mit deinen Vermutungen. Wahrscheinlich hättest du einfach noch eine Woche länger auf deiner Liege liegen sollen.“, Logan wollte Bobby nicht so richtig glauben und auch den anderen Mutanten fiel es schwer, John direkt als kaltblütigen Mörder zu verdächtigen. Doch um sich wirklich klar darüber zu werden, kamen sie nicht darum herum, den Jungen zu finden. Lucy schloss also ihre Augen und nur ihr Onkel verstand warum…

 

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John schaute nun doch zum Fernsehen, da alle Nachrichten von seinem Feuer sprachen. Auf jedem Kanal versuchten Menschen sich und der ganzen Welt zu erklären, wer so einen Hass auf so viele Unschuldige haben konnte. Die meisten Reporter machten es sich einfach und nannten John einfach einen Psychopathen, was den Mutanten nicht amüsierte: „Ich bin kein Psycho, aber wie schön, dass sich immer wieder Freiwillige finden, die gern zur Asche zurückkehren wollen. So heißt es doch auch immer oder nicht… Asche zu Asche… und ich werde jeden Menschen zu Asche machen.“

John lachte finster und beinahe teuflisch, doch dann verstummte er vom einen auf den anderen Moment. Da war es… da war sie… Lucy. Ja, er spürte sie, auch wenn er sie nicht sehen konnte: „Na, weißt du es jetzt. Weißt du, was ich tun werde? – Na, dann halt mich doch auf… wenn du kannst.“

 

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„Er ist es… er tut es wirklich…“, Lucy sank zu Boden und Logan und Max versuchten sie festzuhalten und wieder auf ihre Beine zu halten. Doch das Mädchen zitterte in ihren Händen und atmete viel zu schnell. Sie hatte Panik bekommen, nachdem was sie von John gehört hatte. Sie konnte und wollte es zwar eigentlich nicht glauben, aber Bobby hatte Recht gehabt und sie mussten ihren alten Freund nun alle gemeinsam aufhalten: „Es ist John. Bobby hat leider ganz Recht gehabt… er ist irgendwo in New York in einem heruntergekommenen Apartment. Um ihn herum ist alles dunkel, also suchen wir nach einem Ort, der noch nicht brennt.“

„Bei aller Liebe Lucy… woher weißt du das?“, Bobby sah Lucy fragend an, die ihn bat, ihm einfach zu vertrauen und dann sah sie Kurt an: „Kannst du ihn finden?“

„Es könnte eine Weile dauern, aber ich müsste es schaffen. Fahrt ihr einfach schon einmal in die Stadt. Ich finde euch schon irgendwie wieder.“, sofort verschwand Kurt und die anderen fuhren weiter. Nun achtete keiner mehr darauf nur mitzuhalten, denn nun fuhren sie auf Zeit. Zeit, die gegen sie war…

 

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Kurt dachte an den Jungen, der immerzu mit seinem Feuer gespielt hatte. Die Erinnerungen waren nur schwach, aber es war die einzige Möglichkeit. Er durfte doch die Gruppe nicht enttäuschen und die Menschen, die nach einem Schuldigen suchten… vielleicht würde er den Jungen nicht ausliefern, aber zumindest musste er aufgehalten werden, bevor er noch mehr Menschen umbringen konnte. Diese Bürde konnte Kurt zwar niemals übernehmen, aber den Jungen finden stand wenigstens in seiner Macht…

Es war vielleicht das Einzige, was er tun konnte. Doch als er endlich in dem Zimmer war, dass Lucy ihm beschreiben hatte, wartete John bereits auf ihn: „Mit dir hätte ich nicht als Erstes gerechnet. Vielmehr mit Storm, Scott, Logan… oder Bobby… aber bitte, wenn sie erst einen Lakaien schicken müssen… den werd ich ihnen postwendend zurückschicken.“

John hob seine Hand nach oben und richtete das Feuer auf Kurt, der in der Ecke des Zimmers auf der Heizung saß. Als Kurt sprang, spürte er, wie unter ihm alles brannte und das hieß nur eins – weg hier…

 

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John lächelte zufrieden… Lucy hatte auf seine Einladung reagiert und jetzt musste er nur noch warten. Aber er würde es ihr nicht so einfach machen, weshalb er seine Jacke anzog und das brennende Apartment verließ. Sollte doch das ganze Haus anfangen zu brennen, denn ihn interessierte es nicht. Sein Feuer konnte ihm nichts anhaben und das machte ihn so selbstsicher. Er ging einfach immer weiter, hinaus in die dunkle Nacht, die er anderen Orts wieder erhellen würde…

 

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Lucy und Logan waren zu einem kleinen Hotel am Rande der Stadt gefahren und fingen die anderen dort ab. Sie bezogen vier Zimmer und warteten dann alle auf Kurt…

Er hatte gesagt, dass er sie finden würde und darauf verließen sie sich nun. Vor allem Lucy und Bobby wollten Neuigkeiten hören, denn sie hatten bereits Johns Drang zum Bösen verspürt. Sie hatten es zwar nie glauben wollen, doch nun war es eindeutig und die anderen konnten ihnen in dieser Hinsicht nicht mehr als vertrauen. Sie mussten jetzt alle zusammenhalten, bevor John eine Möglichkeit fand, sie auseinander zu zerren, wovor vor allem Rogue Angst hatte: „So hab ich mir das aber alles nicht vorgestellt… wir wollten doch nur jemanden suchen, der so ist wie wir und jetzt… jetzt suchen wir nach John, einem Mörder…“

Max ging zu Rogue und nahm sie in die Arme. Sie sollte sich beruhigen, als sie auf einmal alle dieses Geräusch hörten…

Kurt hatte sie gefunden und lag erschöpft auf dem Boden. Sein Schwanz hatte Feuer gefangen und zischte, als Bobby ihn kurzzeitig einfror, um das Feuer zu löschen. Dann sah er auf den blauen Mutanten herab, genau wie Lucy. Sie wussten sofort, dass er John gefunden hatte und es machte ihnen Angst. John hatte Kurt anscheinend angreifen wollen und das würde ihnen nicht anders gehen, wenn sie ihn einmal gefunden hätten…

„Tut es sehr weh?“, Lucy beugte sich zu Kurt herab, der den Kopf schüttelte: „Nein, es geht schon. Danke fürs Löschen, Bobby… wisst ihr was viel mehr wehgetan hat? – Die Augen des Jungen… sie waren so voller Hass…“

„Jetzt bringen wir dich erst einmal hoch. Du wirst dir ein Zimmer mit Max teilen und morgen brechen wir auf. – Wir werden John finden und ihn aufhalten… der Junge hat ganz anscheinend den Verstand verloren.“, Logan und Mystique brachten Kurt nach oben, und auch Bobby und Rogue folgten ihnen nach oben. Nur Max sah zu, wie Lucy auf das kleine Fenster zu ging und hinaus sah…

Es blitze und donnerte draußen. Als kleines Mädchen hatte sie immer Angst vor den heftigen Sommergewittern gehabt, doch heute konnte sie dem Regen sogar etwas abgewinnen. Denn der Regen würde Johns Gräueltaten Einhalt gebieten, jedenfalls für ein paar Stunden.

 

„Mach dir keine Sorgen, Truth… nicht alle Mutanten sind so, du weißt es. Du wirst das hier in die Hand nehmen… das hätte dein Vater gewollt und ich will es auch. Denn heute beginnt unser neues Leben. Eine neue Ära der Xaviers…“, Eric legte seinen Arm um seine Patentochter, die ihren Tränen freien Lauf lief und hoffte, dass ihr Onkel Recht hatte…

 

Max sah, wie Lucy mit Eric da stand und ließ die Beiden dann alleine. Sie jetzt zu stören wäre nicht richtig, auch wenn sie wissen sollte, dass er immer da sein würde…

 

 

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