Folge 9 (32)
Überall und nirgendwo
Everywhere and nowhere
„Du bist was?“, Logan sah seine Freundin fragend an. Sie hatte ihm zwar ein Geständnis gemacht, doch was hatte das zu bedeuten? Was war ein Sammler und welche Bedeutung hatte diese Tatsache für ihn und Lucy? War dieses Geheimnis denn wirklich so groß, dass sie es jahrelang verbergen musste? Sammler… aber von was? Und was hatte es mit dem Brennen zu tun, mit dem plötzlichen Verschwinden?
„Erklär es mir. Was bedeutet dieses Sammeln und warum macht es dir selber so viel Angst?“, Logan hielt seine Freundin an ihren Schultern fest und hörte sie tief durchatmen. Ein Zucken ging dabei durch ihren Körper, denn sie wusste, dass sie keinen Schritt mehr zurück konnte: „Lass uns die anderen holen. Ich will es nicht jedem einzelnen sagen und es dann immer wiederholen müssen… es ist schwer genug jetzt die Wahrheit zu sagen. Aber du hast Recht… du hast ein Recht, es zu erfahren…“
„Ich liebe dich.“, Logan schloss seine kleine in die Arme und führte sie dann wieder zu ihren Freunden, die alle Eric ansahen. Sie glaubten noch immer, dass er ihnen irgendetwas verheimlichte und sie wollten es wissen. Seine Ausflüchte waren sie leid, denn dass da etwas war, merkten sie ihm bereits an: „Jetzt sprechen Sie endlich, Eric. Wir erfahren es ja doch.“
„Truth…“, Eric sah seine Patentochter mit Logan den Raum betreten und ihre Augen verrieten ihm schon, was sie vorhatte. Sie ging zu ihren Freunden und bat sie, sich noch einmal um den Tisch zu setzen. Sie wollte ihnen etwas erzählen, dass ihnen helfen sollte, sie zu verstehen: „Ihr wisst, dass mein Onkel mich Truth nennt… es hat eine Bedeutung, die einst mein Vater gefunden hat. Ich konnte genau wie er Dinge sehen und hören. Ich war ein Telepath wie er… aber ich konnte auch Dinge fühlen, wie meine Mutter. Sie war eine Empathin und ich… ich war… ich bin mehr als sie beide.“
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Weit entfernt von der Gruppe in einer dunklen Hölle stieg ein Mann über etwas, das in seinem Weg lag. Er hatte nicht einmal genau hinsehen wollen, was dort unter ihm war. Doch als dann ein Lichtschein auf das Hindernis fiel, erkannte er im Blickwinkel einen toten Körper – den Leichnam von John…
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„Okay, was heißt das Lucy? Ich versteh nämlich bisher nur Bahnhof und ich glaube nicht, dass es Rogue, Max und Kurt anders geht. – Wenn du uns etwas sagen willst, dann musst du es einfach tun.“, Bobby verschränkte die Arme vor seiner Brust und sah Lucy an, die mit sich selbst kämpfte: „Ich… ich… ich bin ein Sammler…“
Lucys Freunde verstanden kein Wort, sondern sahen sie nur fragend an, bis Lucy noch einmal tief durchatmete und die ganze Geschichte erzählte: „Es ist die seltenste Fähigkeit von allen Mutantenkräften. Es ist gefährlich und mit jedem neuen Stück hat ein Sammler das Gefühl, als würde er selbst zerspringen… es reicht nur eine Berührung und dann kommt das Feuer. Das Zeichen dafür eine neue Fähigkeit in sich aufzunehmen, sie förmlich aus dem anderen Mutanten herauszusaugen… ich versuche zwar es aufzuhalten, aber… ich weiß, dass meine Fähigkeit bereits vier Mutanten getötet hat… darunter meine ganze Familie…“
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In der dunklen Höhle stieg der Mann immer tiefer in den Untergrund. Alles um ihn herum verlor sich noch weiter in der Finsternis. Doch er kannte den Weg, den er gehen musste. Er suchte etwas, dass er hier verborgen hatte. Es konnte überall und nirgendwo sein, so wie sie… doch nichts konnte ihn aufhalten… er hatte sein Ziel fest vor Augen und niemand ahnte davon…
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„Lucy, du hast niemanden getötet, dass wissen wir doch. Warum quälst du dich also so sehr? Lass die Vergangenheit doch einfach ruhen.“, Max wollte Lucy in die Arme schließen, aber die machte einen Schritt von ihm weg und suchte nach Logans Hand. Er hielt sie fest, während sie weiter sprach: „Meine Mutter ist am Tag meiner Geburt gestorben. Es sah alles gut aus, bis… sie hat mich nur in die Arme nehmen wollen und dann… ich wollte es nicht. Ich wollte auch Happy nicht töten. Ich hatte nur so eine Angst… ich konnte die Hände nicht mehr wegnehmen. Genau wie bei meinem Vater… und Strykers Sohn… sie hatte sie doch aufhalten müssen… aber… ich wollte sie nicht töten… ich habe meine Familie geliebt. Ich bin sogar weggelaufen, um sie alle zu schützen… aber mein Vater hat mich nie gehen lassen.– Mit Cerebro hat er überall nach mir gesucht und ich wusste nicht mehr wohin… ich hatte nur ein neues Leben beginnen wollen. Ein Leben unter Menschen, jemand dem ich nichts antun konnte… doch Mutanten sind überall.“
Logan legte seinen Arm um Lucy, die mit jedem weiteren Wort an Kraft verlor. Sie hatte Angst und alle konnten das sehen. Sie fühlten sich selber schuldig, dass sie von Lucy die Wahrheit erfahren wollten und wünschten sich nun, sie hätte nichts gesagt. Doch daraufhin schüttelte Lucy den Kopf: „Ich versteht es noch nicht… ich bin ein Sammler. Ein Mutant, der einen anderen berührt und… Bobby, du weißt, was das bedeutet. Ich hab es doch gesehen. Du warst irgendwo da unten. In den Gängen dieses Hauses und du hattest diese Schmerzen. Die gleichen Schmerzen wie John und mein Vater. – Du lebst noch, aber du hättest auch tot sein können… und das nur, weil er dich berührt hat.“
Alle Blicke wanderten von Lucy zu Bobby hinüber, der selbst nicht wusste, was gerade passierte. Er hatte keine Ahnung, wovon Lucy sprach und wollte auch nichts davon hören: „Ich weiß nicht, was du jetzt von mir willst. – Ja, ich war unten, aber das hat nichts zu bedeuten und passiert ist mir…“
„Denk nach Bobby. Lucy wird so etwas nicht ohne Grund sagen. Also, was ist auf den Fluren passiert. Wer war noch da? – Bobby, bitte.“, Rogue wollte, dass ihr Freund ihr eine Antwort gab und sah, dass er auf einmal ganz bleich wurde. Er erinnerte sich an seinen seltsamen Traum, der ihn so verwirrt hatte. War er doch passiert? War alles real gewesen? War diese Fremde wirklich da gewesen und wenn ja, was hatte er von Bobby gewollt?
„Gut, da war jemand… ich hab ihn nicht sehen können, aber er hat mich angefasst und dann ist alles schwarz vor meinen Augen geworden. Erst als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich dieses Brennen gespürt. – Weißt du, was das bedeutet?“, Bobby sah Lucy fragend an, die schluckte: „Er hat deine Fähigkeit eingesammelt. Du hast Glück, dass du noch lebst… denn John hat er einfach umgebracht.“
„Lucy, heißt das, dass du auch so viele Fähigkeiten durch dieses sammeln hast?“, Rogue schaute Lucy ungläubig an, die nickte: „Ich bin Empath, Telepath, Teleporter und… ich kann das hier…“
Mit einem schmerzvoll verzerrten Gesicht ließ Lucy Krallen aus ihren Händen hervorkommen, wie es sonst nur Logan konnte. Es war durch die eine kleine Berührung im vergangenen Jahr geschehen und sie hatte versucht sich damit umzubringen: „Ich wollte niemandem mehr wehtun, also wollte ich Logans Kräfte dazu einsetzen, mir selbst zu schaden, doch… ihr wart alle da und habt an mich geglaubt. – Ich werde es nun nie wieder versuchen, das verspreche ich euch… nur… ich weiß nicht, was er noch vorhat…“
„Dein so genanntes Gegenstück ist also gar nicht von der guten Seite. Er oder sie versucht uns anzugreifen und unsere Fähigkeiten zu stehlen. – Lucy, Liebes, wir müssen diesen anderen Sammler aufhalten, be… kann er die Fähigkeiten stehlen, die du bereits gesammelt hast?“, Logan hielt seine Freundin fest, die ihre Krallen wieder einfuhr und die Handschuhe anziehen wollte: „Nein, ich glaube nicht… mein Vater hat soviel nicht über Sammler herausgefunden. Es gibt auch kaum Daten über sie, weil die Kraft ihre Opfer gefordert hat… die Sammler wurden immer getötet, wenn sie zu mächtig geworden waren. Die anderen Mutanten konnten nicht zulassen, dass alle von ihnen getötet wurden.“
„Lucy, du brauchst davor keine Angst zu haben. Wir sind bei dir und dich wird niemand töten.“, Max sah seine beste Freundin an, die spürte, was er für eine Angst um sie hatte. Sein Atmen stockte, während sein Herz immer schneller in seiner Brust pochte. Er wollte sie unter keinen Umständen verlieren, genauso wenig wie Logan, der neben Lucy stand und sie noch immer nicht losließ.
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In der Höhle erleuchtete der Fremde nun einige Fackeln und blätterte dann einige Unterlagen durch. Charles Xavier… Cerebro… dieser Mann war ihm wirklich auf die Schliche gekommen, doch wie viel hatte er gewusst? Wie viel an seine X-Men verraten? Der alte, gebrochene Mann wäre doch nie so dumm gewesen, alles mit ins Grab zu nehmen, wenn… ja, wenn es auch um das Leben seiner Tochter ging…
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„Wir müssen überlegen, was wir als nächstes tun. Dieser Sammler kann immerhin überall sein und wir sind nirgendwo vor ihm sicher… es sei denn… Wir werden zurück zur Schule gehen. Lucy, du kannst bestimmt mit Cerebro umgehen und damit können wir nach ihm suchen.“, Logan wollte seine Freundin in Sicherheit bringen und diesen seltsamen Mutanten, der hinter ihnen her war, zur Strecke bringen. Doch Eric Lehnsherr sah dies anders, denn er vermutete, dass dieser andere Sammler bestimmt wusste, wo Lucy und sie waren: „Wir würden nur alle Schüler von Charles in Gefahr bringen und das hätte mein alter Freund ganz sicher nicht gewollt. Wir sollten uns also was anderes überlegen und niemals alleine unterwegs sein. Sonst sind wir alle eine leichte Beute, besonders weil wir nichts über diesen Kerl wissen.“
„Ich gebe Herrn Lehnsherr Recht. Wir wissen doch noch nicht einmal, mit was wir es hier zu tun haben. Gut, er sammelt unsere Fähigkeiten, aber kann er sie auch benutzen? Und wenn ja, zu welchem Zweck?“, Kurt zitterte schon vor Angst und wurde immer wieder durchsichtig. Fast so, als wüsste er nicht, ob er verschwinden oder bleiben sollte. Rogue schrie ihn deshalb sogar an, weil er aufhören sollte, Panik zu verbreiten. Sie saßen jetzt nun einmal alle im gleichen Boot und sie würden nur gemeinsam vorwärts kommen.
„Nein, Rogue. Kurt hat Recht. Wir wissen nichts über diesen Sammler, aber er scheint einiges über mich zu wissen… er weiß, wie mein Vater mich genannt hat. Er weiß wo wir sind… er hat uns in der Hand und das können wir nicht zulassen. Es ist vielleicht gar keine so schlechte Idee zur Schule zu gehen, nur müssen die Kinder von dort weg. Sie müssen in Sicherheit sein und dann können wir das mit Cerebro ausprobieren… uns bleibt ja auch keine andere Wahl…“, Lucy standen Tränen in den Augen, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte. Jede Richtung des Weges brachte so viel Ungewisses und Gefahren mit sich, die sie jetzt noch nicht sehen konnten. Nur hier bleiben und still stehen konnten sie auch nicht, denn dann würde er kommen…
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Der Fremde studierte die Aufzeichnungen, die er sich gemacht hatte und verbrannte sie dann. Er musste nur einmal schnipsen und gleich darauf stand alles in Flammen. Ein kleines schönes Feuer. Es machte richtig Spaß dabei zuzusehen, doch er hatte andererseits keine Zeit dafür. Er streckte seine Hand flach gegen das Feuer und schon gefror es. Das Feuer war im ewigen Eis gefangen und er musste es nur noch zerschlagen…
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Logan und Lucy waren auf ihr Zimmer gegangen und packten ihre Sachen zusammen, genau wie Rogue, Max und Bobby. Sie wollten alle nicht alleine sein und versuchten nicht über diesen Sammler zu reden, der ihnen Angst machte. Vor allem Bobby wusste nicht, was dieser Unbekannte mit seinem Eis anstellen konnte.
Max hingegen dachte nur an Lucy. Ihr durfte nichts passieren und er selbst wollte für ihren Schutz sorgen, auch wenn Logan das nicht gefallen würde. Doch immerhin liebte Max seine Lucy noch und jetzt brauchte sie ihn, das spürte er.
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Eric starrte aus dem Fenster. Alles, was er sich vorgestellt hatte. Alles, was er geplant hatte… nun war es nicht mehr wichtig. Ihm kamen nur noch Charles´ Reden über Sammler in den Kopf und über diesen einen – Apokalypse
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Der Fremde drehte sich um und nun war sein Gesicht im Schein der Fackeln zu erkennen. Seine schwarze Haut und seine dunklen Augen wirkten im flackernden Licht geheimnisvoll und so sollten die Mutanten Hank auch in Erinnerung behalten; als mysteriös und machtvoll.